Rhodesian Ridgeback Shumba Muvhimi

Rhodesian Ridgeback - Shumba Muvhimi - Informationen zum Welpenkauf

Allgemeine Informationen zur Zucht

Worauf man beim Welpenkauf achten sollte

Wie unsere Rhodesian Ridgeback Welpen aufwachsen und was wir unter Zucht und Aufzucht verstehen finden Sie unter Zucht → Aufzucht

Das Züchten von Hunden sollte eine Herzensangelegenheit sein, die Liebe, Zeit, Aufopferung, Wissen und Verzicht seitens der Züchter erfordert. Doch wie finde ich bei der Vielzahl der Möglichkeiten und Informationen den richtigen Züchter? Dazu möchten wir nachstehend ein paar Tipps aus unserer eigenen Erfahrung geben und etwas Aufklärung betreiben um einen seriösen Züchter zu finden.

Das Unvermeidbare aber auch das aller Wichtigste:

Kaufen Sie niemals Welpen ...

  • aus Mitleid sei es aus dem Kofferraum eines Autos, auf Märkten, Straßenhändlern oder anderweitigen dubiosen Quellen.
  • ohne Papiere, denn es gibt z.B. Züchter, die ungenehmigte Würfe ohne Papiere verkaufen z.B. wenn die Hündin noch gar nicht hätte (wieder) belegt werden dürfen
  • aus einer Zucht wo mehr als eine Hunderasse gezüchtet wird, sonst liegt der Verdacht nahe, das die Welpen aus dubiosen Quellen stammen oder der Produzent (das sind keine Züchter), dieses als Haupteinnahmequelle betreibt und nicht aus Leidenschaft zur jeweiligen Hunderasse
  • aus Zwingerhaltung und ohne familiären Anschluss
Dinge die Sie unbedingt prüfen sollten:

Achten Sie darauf, ...

  • das Welpen nur mit Papieren, dazu gehört die Ahnentafel, EU-Heimtierpass, Gesundheitsbescheinigung des Tierarztes und der Kaufvertrag, angeboten werden.
  • ob es eine Hobbyzucht oder eine gewerbliche Zucht ist. Lassen Sie sich die Gewerbeanmeldung und ggf. die Umsatzsteuerbescheinigung des Finanzamtes zeigen.
  • ob der Züchter von seinen Tieren und deren Welpen lebt, ein seriöser Züchter der aus Leidenschaft zur Rasse handelt sollte niemals von seinen Tieren leben (müssen).
  • das nie mehr als 2-3 Hündinnen im gebärfähigen Alter im Rudel des Züchters sind, sonst ist es zumindest keine Hobbyzucht, sondern eine gewerbliche Zucht.
  • das der Züchter alte Tiere vorweisen kann, gerade dann, wenn er schon den C- o. D-Wurf oder nachfolgende anbietet. Kann er das nicht, ist das meist ein Indiz dafür, das alte Hunde abgeschoben/verkauft wurden, da diese keinen Ertrag mehr "abwerfen", sondern nur Kosten produzieren, Futter, Pflege, Steuern etc. pp.
  • das Sie sich bei A-Würfen das Zwingerbuch des Züchters zeigen lassen, es gibt auch Züchter die immer nur A-Würfe verkaufen, auf deren Seiten findet man keine Historie von früheren Würfen, obwohl sie behaupten Stolz auf ihre Zucht zu sein. Wenn dem so wäre kann man das doch auch zeigen oder?
  • das der Züchter auf seiner Homepage nicht nur den aktuellen Wurf zeigt, sondern auch frühere Würfe, sonst könnte es sich auch um einen Vermehrer handeln
  • das ein gewissenhafter Züchter niemals 2 Würfe gleichzeitig hat und auch nie mehr als 2 Würfe in einem Jahr, alles andere könnte reine Vermehrung und Profitstreben sein
  • das der zugehörige Zuchtverein nicht gerade gewechselt wurde, das kann auf einen Ausschluss aus dem Verein hindeuten wegen Verstoßes gegen die Zuchtordnung
  • das Sie die Mutterhündin kennenlernen und das diese immer da ist, wenn sie Ihren Welpen besuchen kommen
  • die Hündin nicht vor der dritten Läufigkeit ihren ersten Wurf hat und mindestens 2-2,5 Jahre alt ist, gerade Rhodesian Ridgebacks sind Spätentwickler und benötigen ihre Zeit um erwachsen zu werden
  • das die Hunde über 5 Generationen einen Ahnenverlustkoeffizienten (AVK) in Richtung 90-100% und einen Inzuchtkoeffizienten (F) bzw. Isonomiekoeffizienten(IK) kleiner 5% besser nahe 0% haben
  • Linienzucht ist nahezu identisch mit Inzucht und der AVK sagt nichts über den Grad der Inzucht aus siehe Erläuterungen
Die Gesundheit der Hunde:

Überzeugen SIE sich selbst, ...

  • wie die Hunde gehalten werden
  • wie ihr Gesundheitszustand ist
  • sind sie gut ernährt und sehen sie gepflegt aus, hat das Fell einen leichten Glanz
  • sind sie dem Alter entsprechend vital und lebhaft
  • haben Sie Familienanschluss
  • wo und wie schlafen die Hunde
  • haben sie genügend Auslauf
  • haben Sie jeder für sich einen Rückzugsort
  • machen sie einen zufriedenen und ausgeglichenen Eindruck
  • wie reagieren die Hunde auf Sie als Person
  • gehorchen die Hunde oder sind sie ängstlich
  • wie sind die hygienischen Zustände in der Zuchtstätte
  • und lassen Sie sich den EU-Heimtierausweis bzgl. Impfungen etc. zeigen
Die Kompetenz des Züchters:

Stellen Sie Fragen über ...

  • durchgeführte Untersuchungen und deren Ergebnisse
  • durchgeführte Gentests und deren Ergebnisse
  • die Ernährung der Welpen
  • die Sozialisierung und Prägung der Welpen
  • die Besuchszeiten der Welpen
  • die Erreichbarkeit bei Problemen
  • die Abgabe der Welpen
  • die Anschaffungen und Kosten für einen Welpen, damit ist nicht der Kaufpreis gemeint
  • usw.
Zu guter Letzt:

Wenn Sie all das beherzigen, werden Sie erkennen, das der Welpe, seine Sozialisierung und sein Lebensumfeld im Vordergrund stehen muss, der Züchter aus Leidenschaft zur Rasse handelt und der Verein von dem der Hund seine Papiere bekommt nur Nebensache ist. Schauen Sie sich beherzt um, stellen Sie die richtigen Fragen, lassen Sie sich alles zeigen und wählen Sie den Züchter ihres Vertrauens mit Bedacht.

Erläuterungen zu Begriffen
  • Ahnenverlustkoeffizient (AVK)

    Der sogenannte Ahnenverlustkoeffizient (AVK) wird häufig als Maß für die Inzucht eines Individuums verwendet. Im Gegensatz zum Inzuchtkoeffizienten berücksichtigt der Ahnenverlustkoeffizient allerdings nicht, wie eng Vater- und Muttertier miteinander verwandt sind. Bei ingezüchteten, aber nicht eng miteinander verwandten Elterntieren kann dies dazu führen, dass der Nachwuchs einen hohen Ahnenverlust-, aber gleichzeitig einen niedrigen Inzuchtkoeffizienten aufweist. Da der Grad der Inzuchtdepression sich nach dem Homozygotiegrad richtet, welcher wiederum durch den Inzuchtkoeffizienten gemessen wird, ist in solchen Fällen dem Inzuchtkoeffizienten mehr Bedeutung beizumessen als dem Ahnenverlust. Der Ahnenverlustkoeffizient liefert also bestenfalls einen Schätzwert, schlimmstenfalls aber völlig sinnlose Angaben zur wahren Inzucht. Er wird daher in der wissenschaftlichen Genetik nicht verwendet.

  • Isonomiekoeffizient (IK)

    Die exakte (aufwendige sehr rechenintensive) Berechnung des Inzuchtkoeffizienten (F) liefert die Formel des US-amerikanischen Genetikers Sewall Wright, während der Isonomiekoeffizient (IK) eine Näherung an den Inzuchtkoeffizienten (F) berechnet der tendenziell etwas niedriger liegt, aber nicht so rechenintensiv ist.

    Der Isonomiekoeffizient (IK) berechnet die Wahrscheinlichkeit, dass sich bei Nachkommen von bereits eng biologisch verwandten Elternteilen dieselbe zufällig ausgewählte Erbinformation findet, wie bei dem letzten gemeinsamen Vorfahren der beiden Elternteile. Der Koeffizient entspricht rund der Hälfte des Verwandtschaftskoeffizienten der beiden Elternteilen zueinander, weil sie jeweils nur 50 % ihres Erbgutes vererben. Vollständige Übereinstimmung der Erbanlagen im Vergleich zu ihren Eltern besteht bei Nachkommen von eineiigen Zwillingen oder bei Klonen – folglich haben sie auch einen Inzuchtkoeffizienten von 1.00 = 100 %. Demgegenüber beträgt die statistische Wahrscheinlichkeit, dass zwei beliebige, nicht eng verwandte Individuen aus derselben Gruppe die gleiche per Zufall ausgesuchte Erbinformation besitzen und diese gemeinsam an ihre Nachkommen vererben, rund 0.03 = 3 %. Der Inzuchtkoeffizient (IK) gibt also an, um wie viel Prozent die Mischerbigkeit (Heterozygotie) abgenommen hat und die Reinerbigkeit (Homozygotie) eines Hundes gegenüber dem Rassedurchschnitt zugenommen hat. Der Inzuchtkoeffizient wird berechnet für Vorfahren, die väterlicherseits und mütterlicherseits in der Ahnentafel mindestens je einmal vorkommen. Je niedriger der prozentuale IK-Wert desto größer die Genvielfalt.

  • Linienzucht

    Linienzucht ist nichts anders als geplante Inzucht die mit einer Verringerung des genetischen Erbmaterials einhergeht. Zwischen Inzucht und Linienzucht gibt es somit allenfalls einen graduellen, allerdings nicht näher definierten Unterschied. Danach stellt die Linienzucht eine höhergradige Form der Inzucht dar und dies lässt sich mit der Errechnung des Inzuchtkoeffizienten/Isonomiekoeffizienten definieren.